"Warum die Infrarotheizung so sparsam ist?" Onlineshop...
Da gehen wir mal in der Geschichte ca. 100 Jahre zurück.
Am Anfang war der Kachelofen weit verbreitet und beliebt. Man kann diese Art zu heizen auch Infrarot-Heiz-Technik nennen. Es ist nichts anderes als die heutige Infrarot-Heizung. Eine sogenannte Strahlungsheizung oder auch Direktheizung.
Warum die Strahlungsheizung nicht den Siegeszug antrat, lag schlicht und ergreifend daran, dass die Industrie zu spät erkannt hatte, was für ein enormes Heizpotenzial in ihr steckt. Die Industrie hatte bereits sehr viel in die Konvektionsheizart investiert. Die Schmach, nicht erkannt zu haben, dass man auf dem Holzweg ist, wollte sich keiner geben. Und so kam es, dass wir seit über 100 Jahren falsch heizen.
Getrieben durch irrsinnige DIN-Normen, die lediglich den (Un)sinn der Industrie befürwortete und für den nötigen Absatz bzw. Umsatz sorgte, kam es zu katastrophalen Zuständen in den Wohnhäusern. Würde man die Kosten der Gutachter und Gerichte von unzähligen Streitfällen durch Bauschäden (z.B. Schimmelpilzbelastungen) zusammenzählen, wäre allein diese Summe ausreichend um jeden Haushalt in Deutschland mit Infrarotheizungen auszustatten. Die Schäden, die durch Konvektionsheizungen auftreten, gehen in die Milliarden.
Was macht es aber nun aus, dass Strahlungsheizungen so viel effektiver heizen als Konvektionsheizungen?
Die Lösung, bzw. die Wahrheit liegt in der Berechnungsweise der Konvektionsheizung. Grob erklärt verhält es sich wie folgt: Es wird das Volumen eines Raumes berechnet – Länge x Breite x Höhe. Das Volumen wird nun mit einer entsprechenden Wattleistung je Kubik multipliziert –unter Berücksichtigung der Eigenschaften der Umfassungsfläche des Raumes- und fertig ist die nötige Bedarfswärme für den Raum. Man kann auch sagen, es handelt sich hier um eine dreidimensionale Berechnungsweise.
Bei Strahlungsheizungen bedarf es einer weiteren Dimension, die ausschlaggebend für die enormen Energieeinsparungen ist; nämlich die ZEIT.Wo herkömmliche, also Konvektionsheizungen, im Einsatz sind, verläuft die Beheizungsphase langsam und träge. Bis die Umfassungsflächen erwärmt sind, kann es unter Umständen Stunden dauern. Hingegen bei Strahlungsheizungen nur Minuten, da hier dem Zeitfaktor keine wesentliche Rolle zugeordnet wird. Das liegt daran, dass Strahlungswärme (Photonen) kein Trägermedium zum Transport der Wärme benötigt, Konvektion jedoch die Luft als Transportmittel benutzt. Die Wärmeübertragung der Strahlungswärme geschieht in Lichtgeschwindigkeit.
Somit ergibt sich eine ganz andere Sichtweise im Heizungswesen. Würde eine Konvektionsheizung im Vergleich mit einer Strahlungsheizung einen identischen Raum beheizen und das in einer festgelegten Zeit, so wäre eine erhöhte Konvektionswärmeleistung erforderlich um die gleichen Heizergebnisse zu erreichen. Kurz gesagt: Die Strahlungsheizung benötigt 40 – 50% weniger Energie als eine Konvektionsheizung.
Um nun den Zeitfaktor in die Berechnung der Strahlungsheizung einfließen zu lassen, bedarf es einem ganz einfachen Trick. Dazu im Vorfeld eine kurze Erklärung.
Wie bereits erwähnt, bewegt sich die Strahlungswärme in Form von Photonen in Lichtgeschwindigkeit durch den Raum. Mühelos und ohne Verlust trifft diese Strahlung auf feste und flüssige Stoffe auf und erwärmt diese. Die Strahlungswärme wird nun zu einem gewissen Teil aufgenommen, gibt aber einen Teil wieder an die Umgebung ab. Das heißt, es entsteht eine Rückstrahlung, die wiederum aufgenommen und zu einem Teil wieder abgegeben wird. Dieses Hin und Her der Photonen, bzw. der Strahlungsaustausch ist immerwährend, solange Wärmequellen vorhanden sind.Da nun ein erhöhter Strahlungsaustausch durch unsere Strahlungsheizung erbracht ist und diese Photonen in Bewegung sind - jetzt kommt der geniale Trick - kann unsere Heizquelle entsprechend geschaltet werden, um ein Gleichgewicht in der Wärmeentwicklung und Wärmebewegung zu gewährleisten. Dem entsprechend schaltet nun ein Thermostat das Strahlungsmodul ab. Die Strahlung der Heizplatte wird abgestellt und der Raum wird durch die Umfassungsfläche, also den Wänden, Decke und Boden erwärmt. Bis zu einer bestimmten Oberflächentemperatur der Umfassungsflächen wird der Raum ohne Fremdenergie beheizt. Erst wenn der Ausgleich nicht mehr gegeben ist bzw. wenn die Oberflächentemperatur der Umfassungsfläche zu stark gesunken ist, schaltet sich das Modul wieder ein.
In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu verstehen, dass Infrarotheizungen am besten mit einem Thermostat betrieben werden und es niemals zur kommpletten dauerhaften Abschaltung kommt. Der Vorteil liegt in der Trocknung der Umfassungsfläche, also den Wänden, Böden und Decken. Denn je trockener die Wand umso geringer ist der Wärmeverlußt und umso weniger muß beheizt werden. Sie werden im laufe der Zeit bemerken, dass die Heizung des öfteren durch das Thermostat abgeschaltet wird, da die Raumtemperatur sehr schnell erreicht wird.